Im Internet kann man Videoclips sehen, in denen vorgeführt wird, dass das Wasser aus dem Wasserhahn soviel Gas enthält, dass man es anzünden kann. Sind diese Videos bestätigt oder handelt es sich dabei um Schwindel?
- Sie müssen sich einloggen oder erstmalig anmelden um einen Kommentar schreiben zu können.
- Zur Übersicht
Sehr geehrter Herr Snyders,
die Bilder sind kein Schwindel. Aber brennende Wasserhähne können Sie auch im Münsterland haben. Die gibt es auch ohne Fracking. Die Frage ist eher, ob Fracking diese Effekte verstärkt. Dem geht der Expertenkreis nach.
und jetzt die Langfassung:
ob diese Bilder offiziell bestätigt sind, weiß ich nicht. Aber ich bin mir sicher, dass sie wahr und nicht gefaket sind. Die Frage ist eher, inwieweit das mit dem Fracking zusammen hängt. Auf unserer Reise durch Pennsylvania wurde uns berichtet, dass man auch in den Zeiten vor dem Fracking das aus dem Hausbrunnen geförderte Wasser anzünden konnte. Wenn Sie nach Deutschland schauen, dann gibt es auch im nördlichen Nordrhein-Westfalen eine Vielzahl an Hausbrunnen. Wir haben nachgeprüft und in einer Stellungnahme des Geologischen Landesamtes NRW zur Methanführung oberflächennaher Grundwässer vom Januar 2000 folgende Aussagen gefunden:
"- wurde … von einigen Brunnenbesitzern über das Auftreten brennbarer Gase in den Brunnen berichtet.
- Der Verdacht, dass die Methan-Gehalte in Brunnen keine isolierten Einzelphänomene außerhalb der Bergbauzone darstellen, sondern in einem größeren Gebiet zu erwarten sind, konnte durch die Untersuchungen bestätigt werden.
- Die Analysen der in den Druckkessel der Hausbrunnenanlagen befindlichen Methan/Luft-Gemische ergab Gehalte, die teilweise im explosiven Bereich (4.4-16,5 Vol%) liegen.
- Das Auftreten von teilweise überraschend hohen Methan-Gehalten in Förderbrunnen stellt ein nicht vernachlässigbares Sicherheitsrisiko dar. Nach ersten Abschätzungen bestehen … Risiken für mögliche Abflammungen, Verpuffungen und Explosionen."
Viele Grüße
Christoph Ewen
Studien aus USA sehen das konkreter, so stellt Osborn fest, dass in einem Fördergebiet in Pennsylvania zwar Methan in 85% der Trinkwasserbrunnen gefunden wurde, aber in der Nähe von Gasbohrungen in 17fach höherer Konzentration. Es wird nachgewiesen, dass dafür sowohl der Fracking-prozess als auch
undichte Bohrlöcher mit hoher Wahrscheinlichkeit ursächlich sind.
(Osborn et al.: Methane contamination of drinking water accompanying gas-well drilling and hydraulic fracturing. 2011 www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1100682108 )
s.a.: http://stateimpact.npr.org/texas/2011/12/08/fracking-contaminated-water-...
http://www.tcgasmap.org/media/Casement%20Failure%20in%20Gas%20Wells.pdf