zur präsentation von R. Fritsche, Öko-Institut
Sehr geehrter Herr Fritsche,
auf dem Arbeitskreis in Münster sagten Sie, dass die Daten zur Berechnung der Klimabilanz einsehbar wären. Auf den Seiten des Öko-Instituts habe ich dies jedoch nicht gefunden. Könnten Sie mir bitte den Link nennen?
Insbesondere interessiert mich, wie hoch Sie den Anteil der Methan-Emissionen aus Bohrloch-Fehlern eingesetzt haben. Nach den Erkenntnisssen aus USA scheinen Bohrloch-Undichtigkeiten eine erhebliche Quelle zu sein.
Hallo Herr Griesinger,
hier die Antwort von Herrn Fritsche
Gruß
Christoph Ewen
Die Daten zur Klimabilanzierung sind Teil der Datenbasis von GEMIS Version 4.8, die wir Ende April auf www.gemis.de bzw. www.gemis.iinas.org publizieren – derzeit bauen wir die websites um, bedingt durch meinen Wechsel vom Öko-Institut zu IINAS.
Unser Gutachten wird spätestens Mitte Mai auf der Internetseite des InfoDialog Fracking eingestellt.
Die CH4-Emissionen der Gasförderung haben wir auf Basis der Daten des Umweltbundesamts zur deutschen Erdgasförderung modelliert, die im Rahmen der Nationalen Inventar-Berichte (NIR) für die Klimarahmenkonvention erhoben werden. Diese Daten stimmen recht gut mit den Werten überein, die wir von ExxonMobil genannt bekamen – und sie liegen unter den Werten, die US EPA für die Situation in den USA ansetzt.
Mit GEMIS können Sie dies auch direkt einsehen und vergleichen, auch gegenüber etwa Norwegen oder Russland.
Beste Grüße,
Uwe R. Fritsche
Wissenschaftlicher Leiter, IINAS GmbH
Internationales Institut für
Nachhaltigkeitsanalysen und –strategien
t +49 (6151) 94324-0
uf@iinas.org
www.iinas.org
Sehr geehrter Herr Fritsche,
vielen Dank für Ihre Antwort. Bei den CH4-Emissionen der Gasförderung fällt mir jedoch auf, dass im Inventarbericht des Umweltbundesamts Methan-Emissionen durch undichte Bohrloch-Verrohrung und Diffusion durch den Untergrund gar nicht aufgeführt sind, sondern nur Emissionen aus Vorbehandlung und Verarbeitung. Die Frage ist, ob diese überhaupt in den nationalen Inventarberichten erfasst werden. Dazu kommt: bisher gibt es – nach Auskunft des Bergamts Niedersachsen - noch gar keine Schiefergasförderung in Deutschland, so dass hierfür noch gar keine Daten vorliegen können.
Osborn weist in seiner Studie nach, dass Methan-Konzentrationen im Grundwasser in der Nähe von aktiven Gas-Bohrungen bis zu 17mal höher sind als andernorts (in Pennsylvania) und vermutet einen Zusammenhang mit Spaltenbildung durch die Frac-Belastung. www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1100682108
Dass dieser Sachverhalt in den USA von Industrie und Behörden häufig noch abgestritten wird, gibt ebenfalls Anlass zu der Vermutung, dass diese Emissionen nicht ermittelt werden, falls dies meßtechnisch überhaupt möglich sein sollte. Bei den Angaben der EPA wäre also nachzuprüfen, inwieweit die Emissionsdaten vollständig sind.