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Öffentliche Veranstaltungen

Open Space Veranstaltung, 7.April 2011 - Osnabrück

Zu der „ Open- Space-Veranstaltung“, die im Nachgang zum Treffen des „Arbeitskreises der gesellschaftlichen Akteure“ am 7. April 2011 in der Stadthalle in Osnabrück stattfand, fanden sich etwa 90 Interessierte  ein.  Die Einladung zu dieser Veranstaltung war über von ExxonMobil geschaltete Anzeigen und eine Presseinformationen in den Zeitungen der betroffenen Kommunen erfolgt.

Das Video mit Eindrücken der konstituierenden Sitzung des Arbeitskreises "gesellschaftliche Akteure" und der öffentlichen Veranstaltung vom 7.April in Osnabrück finden Sie hier.

Zu Beginn stellte Norbert Stahlhut, ExxonMobil, die Ausgangslage aus Sicht des Unternehmens dar: Präsentation Stahlhut als Pdf
Anschließend zeigte Prof. Dietrich Borchardt, Wissenschaftlicher Leiter des neutralen Expertenkreises, wie er vorgehen möchte und welche Experten er angesprochen hat: Präsentation Borchardt als Pdf

Im Anschluss baten die Moderatoren die Teilnehmenden um ihre Themen und Fragen für den Expertenkreis, um diese in Arbeitsgruppen zu vertiefen und anschließend in das Arbeitsprogramm der Experten einzuspeisen. Es wurden die folgenden Fragen und Schwerpunkte benannt (Zusammenfassung durch die Moderation):

  • Welche Folgen hat die Arbeit des Expertenkreises für die Arbeit des Unternehmens ExxonMobil?
  • Welche Bedeutung hat die Arbeit des Runden Tisches in Steinfurt für das hier beginnende Informations- und Dialogverfahren?
  • Gesamtenergiebilanz des Verfahrens (eingesetzte und gewonnene Energie)
  • Flächenverbrauch und Nutzungskonflikte
  • Ausbreitung der Frac-Flüssigkeit und langfristige Folgen
  • Genehmigungsanforderungen und Genehmigungspraxis
  • Zusammensetzung des Expertengremiums - ggf. Ergänzung um einen Politikwissenschaftler
  • Radioaktivität und Strahlenschutz
  • Bürgerbeteiligung und UVP-Pflicht
  • fachgerechte Entsorgung der festen und flüssigen Abfälle

Der Vorschlag, diese Themenkreise in Arbeitsgruppen zu vertiefen, fand jedoch wenig Resonanz und wurde aus dem Publikum in Frage gestellt. Aus Sicht vieler Anwesender liegen offensichtlich die Fragen zur Umweltverträglichkeit und Sicherheit der Fraccing-Technologie bereits ausreichend vor - es wurde auf Fragenkataloge verwiesen, die seitens der Interessengemeinschaften gegen Gasbohren und aus Kommunen bereits öffentlich bekannt sind.

Die Diskussion wurde deshalb im Plenum fortgesetzt. Die Ergebnisse lassen sich unter den folgenden Schwerpunkten zusammenfassen:

Zusammensetzung und Arbeit des Expertenkreises
Prof. Dr. Borchardt hat die wissenschaftliche Leitung des Expertenkreises übernommen. Prof. Dr. Martin Sauter (Universität Göttingen) unterstützt ihn dabei. Er selbst wird darüber hinaus für die Ergebnissynthese verantwortlich zeichnen. Die Gruppe wurde so zusammengestellt, dass für die erkennbaren Untersuchungsschwerpunkte ein ausgewiesenes, hochrangiges Know-How unabhängiger Wissenschaftler zur Verfügung steht. Mit ersten Zwischenergebnissen, insbesondere zu dem Themenkreis Grundwasserbeeinflussung und Stoffliste bei der Fraccing-Technologie ist Ende Mai im Rahmen einer geplanten Fachkonferenz (im Raum Münster) zu rechnen. Vorgesehen ist, die weiteren Arbeiten im laufenden Jahr abzuschließen.

Verwertung der wissenschaftlichen Ergebnisse in behördlichen Entscheidungen
Die Ergebnisse des Expertenkreises werden behördlich zur Kenntnis genommen und ausgewertet werden. Sie können dazu beitragen, einen Stand der Technik oder einen fortgeschrittenen Stand der Technik zu definieren. Dieser wiederum kann in Genehmigungsverfahren im Rahmen der Ermessenspielräume u.U. für bestimmte Anforderungen oder Standards genutzt werden. Die Empfehlungen des Expertengremiums können aber von sich aus keine behördliche Bindungswirkung entfalten.

Zeitplanung Fraccing von ExxonMobil
Es wird nach der Richtigkeit von Presseveröffentlichungen aus Nordrhein-Westfalen gefragt, in denen von einem Moratorium für Fraccing-Maßnahmen bis Ende 2011 die Rede ist. Dem Unternehmen liegen hierzu keine schriftlichen Erklärungen der nordrhein-westfälischen Landesregierung vor. ExxonMobil hat sich jedoch unabhängig davon entschlossen, in den aktuellen Aufsuchungsgebieten für Kohleflöz- und Schiefergas in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen die Fraccing-Technologie nicht anzuwenden, bis der Expertenkreis seine Ergebnisse vorgelegt hat. Ausnahme ist ein möglicher „Probe-Frac“, der aktuell als Option mit Herrn Prof. Borchardt diskutiert wird und ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken dient, um Ergebnisse des Expertenkreises vor Ort zu verifizieren.

Stoffliste bei Nutzung der Fraccing-Technologie
Mehrere Diskussionsteilnehmer erwarten eine Veröffentlichung der beim Fraccing zum Einsatz kommenden Stoffe. Es handelt sich dabei lt. ExxonMobil um 4 Stoffgemische, die aus zahlreichen Einzelsubstanzen bestehen. Die Stoffliste wird sukzessive im Internet veröffentlicht.

Perspektiven der Fraccing-Technologie
Vertreter der Unteren Wasserbehörden fragen, ob die jetzigen Untersuchungen zur Fraccing-Technologie langfristige Perspektiven aufzeigen können oder wegen des Technikfortschritts in wenigen Jahren neue gutachterliche Aussagen notwendig werden. Nach Angaben des Unternehmens ist der Prozess dynamisch. Es ist insbesondere damit zu rechnen, dass der Einsatz wassergefährdender Stoffe schrittweise minimiert wird. Ob in den kommenden Jahren fachliche Neubewertungen der Fraccing-Technologie erforderlich sein werden, lässt sich aktuell nicht einschätzen.

Die Plenardiskussion endete gegen 19.15 Uhr. Anschließend nutzten viele  Anwesende intensiv die Gelegenheit, bei einem kleinen Imbiss das Gespräch unter den Beteiligten fortzusetzen.