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Fracking, Erdgassuche in Deutschland

Fachgespräch Monitoring in der Fracking-Technologie

20.03.2012 in Münster, 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr

 Johanniter-Akademie Münster
Weißenburgstraße 60 - 64
 48151 Münster

Fracking Fachgespräch Monitoring

Ziel des Fachgespräches

Bei der Erschließung und Förderung unkonventioneller Erdgasvorkommen mit Anwendung der Fracking-Technologie sind Unfälle und Leckagen denkbar, deren potenzielle Auswirkungen seitens des Expertenkreises untersucht und beurteilt werden. Diese können sowohl im „Technischen System“ als auch im „Geologi- schen System“ auftreten und Auswirkungen auf Boden, Grundwasser und Ober- flächenwasser haben, die in generalisierter Form zu folgenden Schadensfällen gruppiert werden können:

  1. Kontamination der ungesättigten Bodenzone durch oberirdische Freisetzungen von Schadstoffen
  2. Direkte Kontamination des oberen Aquifers (Tiefenbereich bis rd. 300 m)
  3. Indirekte Kontamination des oberen Aquifers durch Schadstoffmigration aus tieferen (i.d.R. soleführenden) Aquiferen

In dem Fachgespräch sollen die Möglichkeiten zum Erkennen und Bewerten der drei Schadensgruppen sowie mögliche Reaktionen darauf (Sanierungsmaßnahmen) vorgestellt und anhand von vergleichbaren Fällen aus der Praxis diskutiert werden. Die Erfahrungen mit großräumigen bestehenden Monitoring-Systemen, der Stand der Technik bei der Behandlung von Schadensfällen und die Einrichtung bzw. der Betrieb von Monitoring-Systemen für bestehende Wasserwerke in den Projektgebieten sollen erörtert werden. Für einen ersten Ansatz wird auf Richtlinien und Erfahrungen zurückgegriffen, die sich in anderen Bereichen bewährt haben. Solche Erfahrungen liegen z. B. aus dem Bergbau, der Erschließung und Förderung von konventionellem Erdöl und Erdgas sowie der Sanierung von Schadensfällen durch Altlasten oder Altablagerungen vor.

Die Diskussionsergebnisse sollen Eingang finden in Empfehlungen des Expertenkreises für ein Monitoring-Konzept zur Überwachung von Boden/Grundwasser/ Oberflächenwasser, das bereits im Vorfeld einer Erdgasgewinnung aus unkonventionellen Lagerstätten eingerichtet werden könnte und bei einem eventuellen Schadensfall eine kurzfristige Reaktion erlauben würde. Ziel des Fachgespräches ist es auch, die Vorstellungen von Wasserwerksbetreibern kennenzulernen.

Geplante Themenkomplexe

Themenkomplex 1: Strukturelle Anforderungen an Monitoring

  • Erkennen eines Schadensfalls (Indikatorparameter)
  • Formulierung von Zielen, Warnwerten, Alarmwerten
  • Lokalisierung von Ursache, Ort und Umfang
  • Unterscheidung von „alten“ Schäden oder sonstigen Verursachern (Beweissicherung) 
  • Informations- und Entscheidungswege

Themenkomplex 2: Möglichkeiten und Grenzen von Sanierungsmaßnahmen

  • Verfahren der Bodensanierung
  • Verfahren der Grundwassersanierung
  • Technische und wirtschaftliche Grenzen

Themenkomplex 3: Präventivmaßnahmen

  • Zentralisierung bestehender Monitoringdaten/Monitoringsysteme
  • Einrichtung von Schutzbrunnen
  • Einrichtung von Ersatzwasserbeschaffung/Notbrunnen

Inputs externer Experten

„Struktur des Monitorings für den Braunkohlentagebau Garzweiler II –Ein Beispiel für ein regional aufgestelltes, interdisziplinäres Monitoring-Konzept“
Referent: Dipl.-Geol. Dirk Hüsener (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, LANUV)

„Datenlage und Belastungssituation im Unterschungsgebiet“
Präsentation: Methanvorkommen im Münsterland
Präsentation: Ländliche Grundwasserversorgung im Münsterland
Referent: Prof. Dr. Wilhelm Coldewey und Dr. Melchers (Uni Münster, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster)

„Vorsorgender Grundwasserschutz in der Wasserwirtschaft am konkreten Beispiel eines Wasserwerks“
Referent: Dipl.-Ing. Kay Schönfeld (Wasserwerk Vechta)

„Möglichkeiten und Grenzen von Boden- und Grundwassersanierungsmaßnahmen“
Referent: Dr. Hans Wirth (Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Hamburg)