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Fracking, Erdgassuche in Deutschland

Was waren Ihre Fragen und Beiträge?

Hier konnten Sie Fragen stellen und Beiträge verfassen, die Sie im Zusammenhang mit der von ExxonMobil geplanten Aufsuchung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten interessieren und für wichtig hielten.


Fracking

Mit Fracking (engl. „Hydraulic Fracturing“, für „Hydraulische Behandlung“) bezeichnet man die Erzeugung von Rissen im tiefen Untergrund, um das Fließen von Gasen oder Flüssigkeiten in dichtem oder zugesetztem Gestein zu erleichtern. Fracking wird in Deutschland seit etwa 50 Jahren in der Erdgasförderung angewandt, um eine – wirtschaftlichere - Förderung der Ressource zu ermöglichen. Derzeit ist etwa ein Drittel der deutschen Erdgasförderung mit Anwendung der Fracking-Technologie generiert worden. Auch in der tiefen Geothermie wird seit mehreren Jahren gefrackt.

Beim Fracking wird unter hohen Drücken Wasser, in der Regel mit einem Stützmittel (z.B. Quarzsand) und chemischen Zusätzen versehen, in einem kurzen Zeitraum durch das Bohrloch in die Erdgaslagerstätten im tiefen Untergrund gepumpt. Dadurch werden kleine Risse im Gestein erzeugt, die durch die im Frackingwasser enthaltenen Sandkörner offen gehalten werden und durch die das Erdgas zum Bohrloch strömen kann. Die anderen Stoffe, die dem Wasser beigemischt werden, sollen u.a. dafür sorgen, dass der Quarzsand sich mit dem Wasser vermischt und dass keine Bakterien in die Lagerstätte gelangen. Dabei ist das Gemisch in Abhängigkeit von den Eigenschaften der Lagerstätten, wie dem Gesteinstyp, der  Tiefe der Lagerstätte etc., unterschiedlich zusammengesetzt. Nach dem Fracking wird ein großer Teil der eingepressten Flüssigkeit während der Förderung zusammen mit dem Gasstrom und dem Lagerstättenwasser wieder zurückgepumpt und entsorgt, ein weiterer Teil verbleibt in der Formation. Der Sand bleibt dabei in den Rissen, um diese weiterhin offen zu halten. Insgesamt benötigt man für einen Frackvorgang – auch jeweils in Abhängigkeit von der Lagerstätte – weniger als 500 bis maximal 5.000 m³ Wasser.

Erdgas ist sowohl in konventionellen als auch in unkonventionellen Lagerstätten in Gesteinsporen gespeichert. Als unkonventionell werden Lagerstätten mit sehr geringer Permeabilität bezeichnet, bei denen das Gas so im Lagerstättengestein gebunden ist, dass es nicht ohne äußere Einwirkung zum Bohrloch strömt. 

Für das so genannte „unkonventionelle Erdgas“ unterscheidet man Lagerstätten für Kohleflözgas (Coal bed Methane oder CBM), für Schiefergas (Shale Gas) und für Gas im Festgestein (Tight Gas). Lagerstätten von Schiefergas und Kohleflözgas stehen nach derzeitigem Kenntnisstand in Tiefen von 700 bis 2.000 Metern im Fokus der Betrachtungen, die bisher bekannten Tight Gas Lagerstätten in etwa zwischen 3.500 bis 5.000 Meter Tiefe. Solche Lagerstätten gelten erst seit etwa 15 Jahren als wirtschaftlich förderbar, und so lange gibt es somit Erfahrungen mit der Fracking-Technologie in den Tight Gas Lagerstätten in Norddeutschland.

Für Lagerstätten für Kohleflözgas oder Schiefergas gibt es dagegen in Deutschland bislang nur vereinzelt Erfahrungen mit Fracking. Im Gegensatz zu den Tight Gas- und Shale Gas-Lagerstätten ist bei Kohleflözlagerstätten diese Methode der Simulation nicht immer erforderlich, sondern hängt von den Eigenschaften der jeweiligen Lagerstätte ab.

Der Dialogprozess Erdgas Frac befasst sich mit der Anwendung der Fracking-Technologie in unkonventionellen Lagerstätten. Anlass ist das Vorhaben von ExxonMobil, in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen vermutete Lagerstätten für Kohleflözgas und für Schiefergas zu untersuchen und ggf. später zu fördern.