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Fracking, Erdgassuche in Deutschland

Muster für eine Antwort auf in der Region gestellte Fragen

3. Fragen aus dem Bereich Technische Sicherheit“

3.1 Bohrplatz- und Bohrlochtechnik

Frage 3.1.1: Wie hoch ist nach bisherigen Erfahrungen das Risiko von Rohrbrüchen, Transportunfällen, Bedienungsfehlern etc. pro Betriebsjahr pro Förderplatz?

Antwort: Die Wahrscheinlichkeit von Rohrbrüchen bei oberirdisch und unterirdisch verlegten Rohrleitungen aus Stahl ist hinreichend dokumentiert und kann als Basis für die Beurteilung der Situation auf Bohrplätzen herangezogen werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Rohrabrisses beträgt, abhängig von dem Rohrdurchmesser W= 1*10-6– 1*10-7[1/m*a] Die häufigste Ursache für Rohrabrisse (ca. 25%) sind äußere Einwirkungen, z.B. durch Bautätigkeit, Verkehr [1,4].

Die Wahrscheinlichkeit eines Transportunfalls auf der Strasse mit wassergefährdenden Stoffen beträgt W = 1*10-7 [1/t*km*a] [2]

Bedienungsfehler sind nach VDI Richtlinie 4006 Blatt 2 je nach Komplexität der zu bewältigenden Aufgabe mit einer Wahrscheinlichkeit von W = 1 – 0,001 pro Ereignis anzusetzen. [3] Routineaufgaben werden sicherer erledigt als komplexe Einzelentscheidungen.

Hinsichtlich des Risikos können konkrete Aussagen nur im Einzelfall vorgenommen werden, da neben den o.g. Eintrittswahrscheinlichkeiten auch das damit jeweils verbundene Unfallausmaß und dessen Einwirkung auf Schutzobjekte in Form von Szenarien beschrieben werden muss [4].

Hinsichtlich der größten Ereignisse sei auf die „Worst Case Szenarien“ des Expertenkreises verwiesen.

Wichtigste Quellen dabei sind: 

  • [1] CPR 18E; GUIDELINES FOR QUANTITATIVE RISK ASSESSMENT (PURPLE BOOK);COMMITTEE FOR THE PREVENTION OF DISASTERS, THE HAGUE 1999
  • [2] Statistisches Bundesamt Fachserie 19 Reihe 2.3; Fachserie 8 Reihe 1.4; Erhebung der Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen 2009
  • [3] VDI RICHTLINIE 4006 BLATT 2. MENSCHLICHE ZUVERLÄSSIGKEIT - METHODEN ZUR QUANTITATIVEN BEWERTUNG MENSCHLICHER ZUVERLÄSSIGKEIT. BEUTH VERLAG GMBH, 2003
  • [4] Yvonne Drewitz, Dr. Bernd Schalau „Erstellung quantitativer Risikoanalysenfür ausgewählte sächsische Betriebe mittels einer durch die Bundesanstalt fürMaterialforschung und -prüfung entwickelten Methodik und Vergleich der Ergebnisse mit den Ergebnissen qualitativer Risikoanalysen auf Basis vorliegenderSicherheitsberichte“ Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Heft 22/2009

Diese Frage wird ausführlich im Gutachten „Sicherheitstechnische Bewertung …..“ in Kapitel XX beantwortet.