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Fracking, Erdgassuche in Deutschland

Was waren Ihre Fragen und Beiträge?

Hier konnten Sie Fragen stellen und Beiträge verfassen, die Sie im Zusammenhang mit der von ExxonMobil geplanten Aufsuchung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten interessieren und für wichtig hielten.


Können wir sicher sein, dass alle Störfälle offengelegt wurden und zukünftig rechtzeitig offengelegt werden?

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Kommentare: 2

Sowohl in Söhlingen als auch in Hengslage kam es zu Boden- und Grundwasser-Verunreinigungen durch Quecksilber und Benzol. Bei Anwohnern wurden sogar erhöhte Hg- und Benzolwerte im blut festgestellt. Ursache waren offensichtlich undichte Rohrleitungen. Trotzdem behauptete EXXON, dass es bisher keine Störfälle gegeben hat. Stattdessen wurde gesagt, dass es sich hierbei nicht um Fracwasser, sondern um Lagerstätten-Wasser gehandelt habe. Dies sind jedoch Spitzfindigkeiten, da letztlich die Verunreinigung durch die Erdgas-Bohrung verursacht wurde.
Es zeigt sich, dass hier Rohre für Lösungen der WGK3 ohne redunte sicherheit verlegt wurden (sicherer wäre die Verlegung in einem betonierten und überwachten Rohrkanal gewesen). Außerdem wurden von EXXON und auch vom Bergamt die Störfälle erst dann zugegeben, als dies vom Fernsehen belegt wurde (NDR3 "markt", ARD "Panorama").
Der nieders. Wirtschaftsminister Bode hat inzwischen zugegeben, dass das Bergamt zu spät reagiert hat (Panorama v. 3.3.11). Wieso sollen wir zukünftig davon ausgehen, dass die sichersten Verfahren gewählt werden und nicht nur die billigsten?

Der Streit um Offenlegung von Störfällen ist doch nur ein Scheingefecht. Die Front verläuft ganz woanders:
Es ist absolut unvermeidlich, dass durch die geplante Vielzahl von Bohrungen - selbst bei vollständigem Verzicht auf Fracking - riesige Mengen toxischer und radioaktiver Stoffe an die Oberfläche geholt werden. Es ist ebenso unvermeidlich, dass die Bohrungen die bisher noch weitgehend dichten Trennschichten zum Trinkwasservorrat großflächig perforieren.
Es ist weiterhin unvermeidlich, dass auf Grund technischer Fehler, normaler Schlampigkeit oder gar schnödem Gewinnstreben die Dichtigkeit der Bohrungsauskleidung und der Rohrleitungen nicht gegeben sein wird.
Kurzum : Die Zerstörung der Trinkwasservorräte und der Landschaft ist bei flächendeckender Bohrtätigkeit auf Dauer unvermeidlich.
Die Verfahren sind nicht sicher und werden es auch nie sein.

Es wird nur wenig zur Rettung des Trinkwassers beitragen, wenn die Bevölkerung nach flächendeckendem Bohrbeginn "rechtzeitig" darüber informiert wird, dass man das Leitungswasser leider nicht mehr trinken kann und auch beim Baden lieber einen Geigerzähler und einen Gaswarner dabei haben sollte.

Die Ausnahme der Probebohrungen vom Moratorium ist absolut nicht nachvollziehbar. Hier werden Fakten geschaffen die nicht rückgängig zu machen sind.
Wenn schon unkonventionelles Gas, dann bitte aus Windkraft und dem abgetrennten CO2 der Kohlekraftwerke. Da würden Milliardeninvestitionen noch Sinn machen.

Hallo Herr Houben,
Sie haben sicherlich Recht, Risiken bleiben. Aber die Risiken gibt es auch bei anderen Verfahren. So können Sie sich gerne mal mit den Kritikern der CO2-Versenkung unterhalten, dafür braucht man auch Bohrungen in große Tiefen, über deren Dichtheit man nachdenken müsste. Und die Windkraft auf der hohen See kommt immer näher an dicht befahrene Schifffahrtsrouten - Tankerunfälle werden wahrscheinlicher.
Ich fürchte, Sie müssen sich der unbequemen Wahrheit stellen, dass wir letztlich Risiken vergleichen müssen und uns dann politisch entscheiden müssen.
Viele Grüße
Christoph Ewen