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Fracking, Erdgassuche in Deutschland

Auswirkungen auf Natur und Landschaft

Bericht über die Reise des Neutralen Expertenkreises in die USA vom 9.-13. Januar 2012 Washington D.C., Williamsport (PA), Ossining (NY)

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Politische Debatte
  3. Wirtschaftliche Bedeutung
  4. Regulierung und Genehmigungspraxis
  5. Risiken durch die Bohrung / Bohrplatz
  6. Fracking-Chemikalien
  7. Abwasser / Flowback
  8. Wasserverbrauch / Auswirkungen auf Grundwasser und Oberflächengewässer
  9. Methanemissionen / Footprint von Erdgas
  10. Erdbeben
  11. Auswirkungen auf Natur und Landschaft
  12. Schlussfolgerungen

Die Förderung von unkonventionellem Erdgas sei mit vielen Eingriffen in den Naturhaushalt verbunden: Es werden Pipelines in großem Umfang genutzt, um Erdgas, aber auch Wasser zu transportieren. Das Wasser wird in hohen Mengen aus Flüssen entnommen. Außerdem wird eine Vielzahl an LKW zum Wassertransport (zum Teil 24 Stunden am Tag an 7 Tagen in der Woche) eingesetzt. Das wiederum führt zu einem hohen Verkehrsaufkommen. Durch das Recycling des Abwassers, welches zukünftig vermehrt durchgeführt werden soll, und den Transport zu den Behandlungsanlagen erhöht sich jedoch wiederum das Verkehrsaufkommen. Da der Einsatz der zahlreichen LKW`s die Straßen beschädigt, plant man verstärkt die Nutzung von Pipelines, um den Verkehr zu reduzieren. Der Bau einer Pipeline stelle einen noch größeren Eingriff in die Natur als die Errichtung von Bohrplätzen dar.

Die unkonventionelle Erdgasförderung begann im Marcellus Shale von 2005 bis 2007 mit etwa 60 Bohrungen, in den letzten drei Jahren gab es dann ca. 4.000 Bohrungen. Hochrechnungen gehen davon aus, dass es in 2030 etwa 60.000 Bohrungen im Marcellus Shale geben wird. Dies bedeutet, dass - je nach Anzahl der Bohrungen auf einem Bohrplatz - zwischen 7.000 und 16.000 Bohrplätze errichtet werden. In 2010 gab es 10 Bohrungen pro Bohrplatz, in 2011 ging die Entwicklung aber wieder auf 8 Bohrungen und weniger pro Bohrplatz zurück.  Im Nordosten und Südwesten des Staates Pennsylvania liegen zwischen 45 und 60% der Bohrungen in Farmgebieten, im Norden und in Zentralpennsylvania liegt jedoch ein großer Teil (ca. 40 bis 50%) in Waldgebieten. 

Entwicklung der Bohrungen im Marcellus Shale von 2007 - 2011Entwicklung der Bohrungen im Marcellus Shale von 2007-2011

 
Durch die Errichtung der Bohrplätze und die Pipelines werden wichtige Ökosysteme eingeschränkt und durchschnitten. Die Gasförderung hat somit Auswirkungen auf die Habitatzusammensetzung und -entwicklung. Deshalb wird im Marcellus Shale untersucht, wie sich die Artenzusammensetzung ändert, ob sich invasive Arten ausbreiten würden, ob empfindliche Lebensräume gestört werden und ob es Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und die Funktionen des Ökosystems gibt. Des Weiteren gebe es Untersuchungen, wie das unkonventionelle Gas gefördert werden kann, gleichzeitig jedoch die Natur geschützt und Langzeitauswirkungen vermieden werden können. Pennsylvania sei ein Schlüsselstaat für viele Vogelarten und schützenswerte Säugetiere. Außerdem sei das Gebiet stark in Tourismus und die Jagd eingebunden.