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Fracking, Erdgassuche in Deutschland

Fracking-Chemikalien

Bericht über die Reise des Neutralen Expertenkreises in die USA vom 9.-13. Januar 2012 Washington D.C., Williamsport (PA), Ossining (NY)

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Politische Debatte
  3. Wirtschaftliche Bedeutung
  4. Regulierung und Genehmigungspraxis
  5. Risiken durch die Bohrung / Bohrplatz
  6. Fracking-Chemikalien
  7. Abwasser / Flowback
  8. Wasserverbrauch / Auswirkungen auf Grundwasser und Oberflächengewässer
  9. Methanemissionen / Footprint von Erdgas
  10. Erdbeben
  11. Auswirkungen auf Natur und Landschaft
  12. Schlussfolgerungen

Die Zusammensetzung der Frack-Fluide werde in den USA auf den jeweiligen Standort angepasst, daher gebe es kein allgemein gültiges System für alle Bohrplätze bzw. kein Standard Frack-Fluid. Die Wahl der Fracking-Fluide sei stark vom Reservoir und den geologischen Gegebenheiten abhängig. In Texas z.B. werde auf Grund des Untergrundes mehr Fluid eingesetzt, für Shale-Gas-Fracks in heißen und tiefen Reservoiren würden höher viskose Fracking-Fluide benötigt, und für Kohleflözgas, welches in stark geklüfteten Systemen vorliegt, kämen oft "Cross Linked Fluids" zum Einsatz. Zum Teil werde auch CO2 mit dem Fluid nach unten gepumpt. Die unterschiedliche Zusammensetzung der Frack-Fluide führt zu Schwierigkeiten in der Beurteilung der Toxizität und zu Herausforderungen in der Regulierung.

An der Pennstate University wird der Einsatz von superkritischem CO2 als Frackfluid geprüft, wobei der Energiebedarf noch reduziert werden muss. Der ggf. unökologisch erscheinende Energiebedarf dabei muss aber auch gegenüber den jetzigen Problemen der Abwasserbehandlung, dem Verbleib der Injektionsflüssigkeit und der Gasmigration gesehen werden.

Manche Systeme reagieren empfindlicher auf Wasser als auf Fracking Fluid, was sich in einer erniedrigten Permeabilität des gefrackten Systems äußern würde. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, würde Wasser mit zugesetzten Ton-Stabilisatoren eingesetzt oder auf Kohlenwasserstoff basierte Flüssigkeiten zurückgegriffen. Auch Biozide sind Bestandteil der Frack-Flüssigkeit. UV-Desinfektion wird nicht immer als geeignet angesehen (z.B. bei trübem Wasser), werde in Gebieten mit sensibler Wasserqualität jedoch schon eingesetzt. Generell wird die Zusammensetzung des Wassers als sehr wichtig für den Einsatz von UV-Strahlung angesehen.

Die Kosten für die Chemikalien sind neben den Umweltauswirkungen ein Grund dafür, den Einsatz möglichst zu reduzieren, aber auch, Chemikalien wieder zu verwenden. Insoweit gibt es hier derzeit eine rasante Entwicklung.

Die Veröffentlichung der Frack-Chemikalien werde auf bundesstaatlicher Ebene geregelt. In einigen Staaten seien Regeln hierfür verabschiedet worden. Generell stelle sich die Situation über alle Staaten sehr ungleich dar: einige Staaten hätten gar keine Regeln, einige Staaten wiederum sehr strikte mit Veröffentlichungspflichten, wiederum andere regelten nur die Meldung an die Behörden. Pflichten der Unternehmen zur Veröffentlichung der Daten gebe es aber immer mehr. Hingewiesen wurde auf die Internetseite www.fracfocus.org, welche unter anderem vom Ground Water Protection Council gesponsert werde und auf welcher die Daten veröffentlicht würden. Damit würden sie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bisher war die Seite nicht komfortabel, da Daten für bestimmte Standorte nicht gesucht werden konnten. Dies solle jedoch geändert werden. In erster Linie sei die Informationsseite eingerichtet worden, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu stärken und Transparenz zu schaffen. Dies läge auch im Interesse der Unternehmen.