Bericht über die Reise des Neutralen Expertenkreises in die USA vom 9.-13. Januar 2012 Washington D.C., Williamsport (PA), Ossining (NY)
Inhalt
- Einleitung
- Politische Debatte
- Wirtschaftliche Bedeutung
- Regulierung und Genehmigungspraxis
- Risiken durch die Bohrung / Bohrplatz
- Fracking-Chemikalien
- Abwasser / Flowback
- Wasserverbrauch / Auswirkungen auf Grundwasser und Oberflächengewässer
- Methanemissionen / Footprint von Erdgas
- Erdbeben
- Auswirkungen auf Natur und Landschaft
- Schlussfolgerungen
Die im Rahmen der Reise des Expertenkreises gewonnen Informationen führen zu folgenden Schlussfolgerungen:
- Die Erfahrungen aus den USA sind so nicht auf Deutschland übertragbar. Gesetze, Ausstattung von Behörden und Struktur der Industrie sind in Deutschland zu unterschiedlich.
- In den USA wird der weitergehende Regelungsbedarf erkannt. Teilweise werden bei uns bereits vorhandene Standards nachgeholt, teilweise gibt es interessante Reglungsansätze, über die sich ein Austausch lohnen würde (z.B. Disclosure-Regelungen).
- Die Art der in den USA eingetretenen Umweltschäden sind grundsätzlich auch in Deutschland vorstellbar. Es zeigt sich, dass die Vorgehensweise des Expertenkreises über Worst-Case-Szenarien, in denen diese Schadenstypen aufgegriffen werden, richtig ist, und dass es sinnvoll ist, auf der Basis solcher Risikobetrachtungen technische Standards zur Verhinderung derartiger Schäden festzulegen.
- Angesichts der Wasserverbräuche und der Abwasserprobleme gibt es in den USA interessante Entwicklungen im Hinblick auf Behandlung und Recycling von Abwasser. Die dort gemachten Erfahrungen sollten in Deutschland berücksichtigt werden.
- Dass man über die diffusen Methan-Emissionen noch relativ wenig weiß, wird in der US-amerikanischen wissenschaftlichen und politischen Debatte zunehmend thematisiert. Insofern ist die Vergabe einer Energie- und Klimabilanz-Studie durch den Expertenkreis ein richtiger Schritt gewesen – auch wenn sich die Vermutung, dass die Daten für abschließende Bewertungen nicht ausreichen, in den USA bestätigt hat.
- Die möglichen sozio-ökonomischen Folgen der Erdgasförderung sind in den USA ein wesentlicher Aspekt. Die beobachteten Entwicklungen geben Anlass, die Analyse des Expertenkreises darauf abzustellen, dass auch in Deutschland derartige Dynamiken eintreten können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Siedlungs- und Bevölkerungsdichte in den USA eine andere ist als in Deutschland.
- In Pennsylvania zeigen sich die unstrukturierte Inanspruchnahme von Fläche, die Veränderung der Landschaft und die Auswirkungen auf den Naturschutz angesichts der Vielzahl an Bohrungen als drängendes Problem. Es gibt Anlass, zu analysieren, wie derartige Entwicklungen in Deutschland gesteuert werden können..
- Der InfoDialog Fracking wird in den USA mit Interesse wahrgenommen. Er bietet Chancen für einen anderen Umgang mit den unterschiedlichen Interessen.