weitere Nachfrage zur Expertenbefragung am 10. 10. 2011 - Chemikalien
Die Präsentationen von Dr. Birgit Gordalla, KIT, Karlsruhe,
Dr. Mechthild Schmitt-Jansen, UFZ Leipzig,
Prof. Dr. Ulrich Ewers, Hygiene-Institut des Ruhrgebiets, gehen u.a. ein auf Chemikalien, die bei einem Frack an der Bohrstelle Buchhorst T12 am 27.07.2011 eingesetzt wurden, bei dem anscheinend Mitglieder des Expertenkreises anwesend waren. Die Zusammensetzung des Fluids war hier aber völlig anders und toxikologisch unkritischer als beispw. in Damme oder auch bei anderen Fracks.
Nachfrage zur Expertenbefragung am 10. 10. 2011 an TÜV Rheinland
Sehr geehrter Herr Apitz, sehr geehrter Herr Kaiser,
am 10. 10. 2011 wurden Sie in Osnabrück als Experten zum Sachgebiet "Unfallszenarien, Lagerung wassergefährdender Stoffe" u. dergl. befragt.
Angesprochen auf die Störfälle in Söhlingen und Hengslage, wo giftige Lösungen aus Bohrstellen von EXXON über einen längeren Zeitraum aus Rohrleitungen ausgetreten sind, sagte Herr Apitz sinngemäß: Leitungen für wassergefährdende Fluide seien doppelwandig mit einer Absaugung auszulegen, so dass Leckagen sofort erkannt werden könnten.
Angst vor der Prüfung der Umweltverträglichkeit?
EXXON betont die Umweltverträglichkeit des Fracking-Verfahrens.
Wieso spricht sich EXXON sich dann nicht aktiv für die Änderung des Bergrechtes und Einführung einer UVP aus, um die Umweltverträglichkeit der Vorhaben im Einzelfall zu belegen?
Wieso bezieht EXXON in sein Dialogverfahren nicht z.B. die UVP-Gesellschaft Hamm ein, die an der Entwicklung spezifischer Prüfverfahren für eine schlanke UVP mitwirken könnte?
Das Vorgehen deutet darauf hin, dass Umweltverträglichkeit behauptet wird, der Nachweis aber gescheut!
Besorgnisgrundsatz nach §§ 48, 62 Wasserhaushaltsgesetz
Das Wasserhaltshaltsgesetz sieht in §§ 48 und 62 WHG den Besorgnisgrundsatz als Versagengrund vor. Meines Erachtens sind Kriterien für eine Bejahung der Besorgnis in der Praxis unzureichend definiert oder die Akteure haben sehr unterschiedliche Vorstellungen diesbezüglich. Ich rege an, diesen Aspekt zu thematisieren, diesen "Gummipragraphen" im Kontext der Explorationsmaßnahmen handhabbar zu machen.
Wechslewirkung mit anderen Aktivitäten/Veranstltungen
Sehr geehrte Damen und Herren,
aus den bisherigen Sitzungen ergibt sich für mich die Frage, ob/wie ein Informationsaustausch zwischen dem Dialog-Prozess und verschiedenen anderen Aktivitäten gewährleistet wird.
Am 4.4. berichtete die Borkener Zeitung über Methangas im Grundwasser des Münsterlandes, das bereits jetzt einen Großteil der etwa 50.000 Hausbrunnen gefährdet (http://www.borkenerzeitung.de/aktuelles/muensterland/1525170_Methan_komm...). Nachfragen bei Behörden (Gesundheits- und Umweltämter) laufen ins Leere. Der DVGW hat in einer wissenschaftlichen Studie jedoch bereits vor Jahren auf die Problematik hingewiesen. Eine aktuelle Veröffentlichung aus den USA (Jackson et al.
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
vielen Dank für Ihre zahlreichen Fragen. Wir werden diese aufbereiten und in die Open Space Veranstaltung diesen Donnerstag in Osnabrück einspeisen.
Was passiert nun mit ihren Fragen?
Durch folgende Symbole, die wir Ihren Fragen zuordnen, wird kenntlich gemacht, wie mit Ihrer Frage weiter verfahren wird:
Gibt es fundierte wissenschaftliche Arbeiten, die die Gefahr des Auslösens von Erdbeben durch Fraccing in den betreffenden Gebieten mit Sicherheit ausschließen?
Können wir sicher sein, dass alle Störfälle offengelegt wurden und zukünftig rechtzeitig offengelegt werden?
Sowohl in Söhlingen als auch in Hengslage kam es zu Boden- und Grundwasser-Verunreinigungen durch Quecksilber und Benzol. Bei Anwohnern wurden sogar erhöhte Hg- und Benzolwerte im blut festgestellt. Ursache waren offensichtlich undichte Rohrleitungen. Trotzdem behauptete EXXON, dass es bisher keine Störfälle gegeben hat. Stattdessen wurde gesagt, dass es sich hierbei nicht um Fracwasser, sondern um Lagerstätten-Wasser gehandelt habe. Dies sind jedoch Spitzfindigkeiten, da letztlich die Verunreinigung durch die Erdgas-Bohrung verursacht wurde.
Hält EXXON Bürgerbeteiligung, Umwelt- u. Wasserschutz sowie den Schutz von Mensch und Tier bei ausschließlicher Anwendung des veralteten Bergrechts für gewährleistet?
Die Bezirksregierung Arnsberg als die in NRW zuständige Bergbehörde hat im Febr. 2011 Vorschläge zur Änderung des Bergrechts erarbeitet und der Landesregierung übermittelt. Darin sind u. a. vorgesehen:
- die Einführung einer UVP mit Öffentlichkeitsbeteiligung für potenziell umweltgefährdende Bohrungen und techn. Verfahren,
- die Erweiterung von Beteiligungsrechten bei der Erteilung von Aufsuchungserlaubnissen sowie die verbindliche Beteiligung aller betroffenen Kommunen,
weitere Nachfrage zur Expertenbefragung am 10. 10. 2011 - Chemikalien
Die Präsentationen von Dr. Birgit Gordalla, KIT, Karlsruhe,
Dr. Mechthild Schmitt-Jansen, UFZ Leipzig,
Prof. Dr. Ulrich Ewers, Hygiene-Institut des Ruhrgebiets, gehen u.a. ein auf Chemikalien, die bei einem Frack an der Bohrstelle Buchhorst T12 am 27.07.2011 eingesetzt wurden, bei dem anscheinend Mitglieder des Expertenkreises anwesend waren. Die Zusammensetzung des Fluids war hier aber völlig anders und toxikologisch unkritischer als beispw. in Damme oder auch bei anderen Fracks.
Nachfrage zur Expertenbefragung am 10. 10. 2011 an TÜV Rheinland
Sehr geehrter Herr Apitz, sehr geehrter Herr Kaiser,
am 10. 10. 2011 wurden Sie in Osnabrück als Experten zum Sachgebiet "Unfallszenarien, Lagerung wassergefährdender Stoffe" u. dergl. befragt.
Angesprochen auf die Störfälle in Söhlingen und Hengslage, wo giftige Lösungen aus Bohrstellen von EXXON über einen längeren Zeitraum aus Rohrleitungen ausgetreten sind, sagte Herr Apitz sinngemäß: Leitungen für wassergefährdende Fluide seien doppelwandig mit einer Absaugung auszulegen, so dass Leckagen sofort erkannt werden könnten.
Angst vor der Prüfung der Umweltverträglichkeit?
EXXON betont die Umweltverträglichkeit des Fracking-Verfahrens.
Wieso spricht sich EXXON sich dann nicht aktiv für die Änderung des Bergrechtes und Einführung einer UVP aus, um die Umweltverträglichkeit der Vorhaben im Einzelfall zu belegen?
Wieso bezieht EXXON in sein Dialogverfahren nicht z.B. die UVP-Gesellschaft Hamm ein, die an der Entwicklung spezifischer Prüfverfahren für eine schlanke UVP mitwirken könnte?
Das Vorgehen deutet darauf hin, dass Umweltverträglichkeit behauptet wird, der Nachweis aber gescheut!
Besorgnisgrundsatz nach §§ 48, 62 Wasserhaushaltsgesetz
Das Wasserhaltshaltsgesetz sieht in §§ 48 und 62 WHG den Besorgnisgrundsatz als Versagengrund vor. Meines Erachtens sind Kriterien für eine Bejahung der Besorgnis in der Praxis unzureichend definiert oder die Akteure haben sehr unterschiedliche Vorstellungen diesbezüglich. Ich rege an, diesen Aspekt zu thematisieren, diesen "Gummipragraphen" im Kontext der Explorationsmaßnahmen handhabbar zu machen.
Wechslewirkung mit anderen Aktivitäten/Veranstltungen
Sehr geehrte Damen und Herren,
aus den bisherigen Sitzungen ergibt sich für mich die Frage, ob/wie ein Informationsaustausch zwischen dem Dialog-Prozess und verschiedenen anderen Aktivitäten gewährleistet wird.
Am 4.4. berichtete die Borkener Zeitung über Methangas im Grundwasser des Münsterlandes, das bereits jetzt einen Großteil der etwa 50.000 Hausbrunnen gefährdet (http://www.borkenerzeitung.de/aktuelles/muensterland/1525170_Methan_komm...). Nachfragen bei Behörden (Gesundheits- und Umweltämter) laufen ins Leere. Der DVGW hat in einer wissenschaftlichen Studie jedoch bereits vor Jahren auf die Problematik hingewiesen. Eine aktuelle Veröffentlichung aus den USA (Jackson et al.
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
vielen Dank für Ihre zahlreichen Fragen. Wir werden diese aufbereiten und in die Open Space Veranstaltung diesen Donnerstag in Osnabrück einspeisen.
Was passiert nun mit ihren Fragen?
Durch folgende Symbole, die wir Ihren Fragen zuordnen, wird kenntlich gemacht, wie mit Ihrer Frage weiter verfahren wird:
Gibt es fundierte wissenschaftliche Arbeiten, die die Gefahr des Auslösens von Erdbeben durch Fraccing in den betreffenden Gebieten mit Sicherheit ausschließen?
Können wir sicher sein, dass alle Störfälle offengelegt wurden und zukünftig rechtzeitig offengelegt werden?
Sowohl in Söhlingen als auch in Hengslage kam es zu Boden- und Grundwasser-Verunreinigungen durch Quecksilber und Benzol. Bei Anwohnern wurden sogar erhöhte Hg- und Benzolwerte im blut festgestellt. Ursache waren offensichtlich undichte Rohrleitungen. Trotzdem behauptete EXXON, dass es bisher keine Störfälle gegeben hat. Stattdessen wurde gesagt, dass es sich hierbei nicht um Fracwasser, sondern um Lagerstätten-Wasser gehandelt habe. Dies sind jedoch Spitzfindigkeiten, da letztlich die Verunreinigung durch die Erdgas-Bohrung verursacht wurde.
Hält EXXON Bürgerbeteiligung, Umwelt- u. Wasserschutz sowie den Schutz von Mensch und Tier bei ausschließlicher Anwendung des veralteten Bergrechts für gewährleistet?
Die Bezirksregierung Arnsberg als die in NRW zuständige Bergbehörde hat im Febr. 2011 Vorschläge zur Änderung des Bergrechts erarbeitet und der Landesregierung übermittelt. Darin sind u. a. vorgesehen:
- die Einführung einer UVP mit Öffentlichkeitsbeteiligung für potenziell umweltgefährdende Bohrungen und techn. Verfahren,
- die Erweiterung von Beteiligungsrechten bei der Erteilung von Aufsuchungserlaubnissen sowie die verbindliche Beteiligung aller betroffenen Kommunen,